Muss Gehörschutz CE-gekennzeichnet sein?
Ja. Gehörschutz, der in der EU verkauft wird, muss eine CE-Kennzeichnung tragen. Das zeigt: Das Produkt erfüllt die Anforderungen der europäischen PSA-Verordnung (EU 2016/425).
- geprüft durch eine benannte Stelle (je nach PSA-Kategorie)
- mit Baumusterprüfung / Typprüfung
- inklusive technischer Dokumentation
Ohne CE-Kennzeichnung darf das Produkt nicht als PSA verkauft werden.
Was bedeutet EN 352?
EN 352 ist die europäische Normenreihe für Gehörschutz.
Sie besteht aus mehreren Teilen, je nach Bauart:
- EN 352-1 – Kapselgehörschutz
- EN 352-2 – Ohrstöpsel
- EN 352-3 – helm-montierter Kapselgehörschutz
- EN 352-4 bis 8 – elektronische und aktive Systeme
Die Norm legt u. a. Anforderungen fest an:
- Dämmwerte (SNR und HML)
- mechanische Festigkeit
- Materialverträglichkeit
- Kennzeichnung und Gebrauchsanleitung
Welche Norm gilt für Gehörschutz mit Kommunikation?
Für aktiven oder elektronischen Gehörschutz gelten zusätzliche Teile innerhalb EN 352.
Beispiele:
- EN 352-4 für pegelabhängige Systeme (level-dependent)
- EN 352-6 für Kommunikationsfunktionen
Damit wird geprüft, ob die Elektronik sicher funktioniert und die maximale Lärmbelastung am Ohr nicht überschritten wird.
Worauf solltest du in der Praxis achten?
- CE-Kennzeichnung vorhanden
- EN 352 klar auf Verpackung oder Produkt angegeben
- SNR- und HML-Werte sind genannt
- verständliche Gebrauchsanweisung liegt bei
In Bau und Industrie muss der Gehörschutz außerdem zur Gefährdungsbeurteilung und zu euren Messwerten passen. „Irgendein“ Gehörschutz ist nicht automatisch „der richtige“.
Warum ist Normung überhaupt wichtig?
- Nachweis: Dämmwerte sind geprüft, nicht geschätzt
- rechtliche Sicherheit im Arbeitsschutz
- versicherungstechnische Klarheit
- nachvollziehbar bei Kontrollen und Audits
Greif auf zuverlässige Lieferanten und Markenprodukte zurück. Bei PSA ist „billig“ oft zweimal kaufen.