Spanngurte haben keine feste Lebensdauer
Ein Spanngurt (Zurrgurt) hat kein fixes „Ablaufdatum“. Sie dürfen ihn verwenden, solange er:
- technisch in einwandfreiem Zustand ist
- ein vollständiges, gut lesbares Etikett hat
- keine Schäden aufweist, die die Festigkeit beeinflussen
Ein gut behandelter Spanngurt kann jahrelang halten. Bei falscher Anwendung kann ein Gurt aber auch nach einem Einsatz schon Ausschuss sein.

Lebensdauer hängt von Nutzung und Verantwortung ab
Die Lebensdauer wird vor allem durch Einsatz, Lagerung und Kontrolle bestimmt. Der Anwender ist dabei der wichtigste Faktor.
Das heißt: vor dem Einsatz prüfen, während der Nutzung auf Überlast und Beschädigung achten und nach dem Einsatz korrekt lagern. Wird ein Spanngurt außerhalb der vorgesehenen Anwendung genutzt oder schlecht gepflegt, sinkt die Lebensdauer deutlich.
Was verkürzt die Lebensdauer eines Spanngurts?
Spanngurte bestehen meist aus Polyester. Das ist robust, aber nicht unverwüstlich. Typische „Lebensdauer-Killer“ sind:
- UV-Strahlung – dauerhaftes Sonnenlicht schwächt Polyester
- Scharfe Kanten – ohne Kantenschutz scheuert das Gurtband schnell durch
- Hitze – Funken, heiße Bauteile oder Reibung können Schmelzstellen verursachen
- Chemikalien – Säuren und Laugen greifen das Gewebe an
- Falsche Lagerung – nass, verschmutzt oder in der Sonne gelagert
Pflege und Lagerung: so hält der Spanngurt länger
Ein paar einfache Regeln machen in der Praxis viel aus:
- Spanngurte trocken, sauber und vor direkter Sonne geschützt lagern
- Nach dem Einsatz aufrollen, Knicke und Knoten vermeiden
- Bei scharfen Kanten immer Kantenschoner nutzen
- Kein Kontakt mit Öl, Säuren, Laugen oder Lösungsmitteln
- Nasse Gurte vor der Lagerung erst trocknen lassen
Kantenschoner, Schutzhüllen und Aufroller finden Sie hier: Zubehör für Spanngurte.
Spanngurte markieren: das ist nicht erlaubt
In der Praxis werden Spanngurte manchmal mit Filzstift markiert. Achtung: das ist nicht immer harmlos.
Es ist nicht zulässig, direkt auf das Gurtband mit Lack- oder „Permanent“-Markern zu schreiben, die Lösungsmittel enthalten. Diese können das Polyester angreifen. Der Gurt kann dadurch geschwächt werden, ohne dass man es sofort sieht.
Wenn Sie identifizieren müssen: nutzen Sie besser ein geeignetes Etikett, Tag oder eine Registrierung – ohne direkt auf das Gurtmaterial zu schreiben.
Kontrolle vor jedem Einsatz: so gehen Sie vor
Prüfen Sie Spanngurte immer vor der Verwendung. Das ist eine kurze Sichtprüfung, die viele Probleme verhindert.
- Gurtband über die komplette Länge kontrollieren
- Nähte prüfen (aufgehen, Risse, Ausfransungen)
- Ratsche und Haken prüfen (Verformung, Risse, Funktion)
- Etikett prüfen: vorhanden und lesbar (LC/STF/Norm)
Wenn etwas auffällt, gilt: nicht mehr verwenden.
Aussortierkriterien: wann muss ein Spanngurt sofort raus?
Ein Spanngurt/Zurrgurt muss sofort außer Betrieb genommen werden, wenn einer oder mehrere Punkte zutreffen:
- Beschädigungen am Gurtband oder an den Nähten
- Hitzeschäden (Schmelzstellen, Verfärbungen)
- Chemische Schäden durch Säuren oder Laugen
- Etikett fehlt und/oder ist unlesbar
- Hersteller unbekannt bzw. keine nachvollziehbare Kennzeichnung
Aussortiert ist aussortiert. Entfernen Sie den Gurt so, dass er nicht „aus Versehen“ wieder eingesetzt wird.