Wie viele Kilo kann ein Spanngurt halten?

Wie viele Kilo ein Spanngurt (Zurrgurt) “halten” kann, hängt von mehreren Faktoren ab. In diesem Blog erklären wir, was LC- und STF-Werte bedeuten, welche Rolle die Bandbreite spielt und worauf Sie in der Praxis achten sollten, um sicher zu arbeiten.

Es gibt keine feste Antwort in “Kilo”

Die Frage „wie viele Kilo kann ein Spanngurt halten?“ klingt simpel. In der Praxis gibt es aber keinen festen Wert, der immer passt.

Ein Spanngurt (Zurrgurt) ist nämlich kein Hebemittel. Er wird zur Ladungssicherung eingesetzt. Wie hoch die Belastung sein darf, hängt unter anderem ab von:

  • der Zurrart (Niederzurren oder Direktzurren)
  • dem LC- oder STF-Wert auf dem Etikett
  • Bandbreite und Ausführung
  • Untergrund und Reibung
  • der Anzahl der verwendeten Gurte
Spanngurt/Zurrgurt für Ladungssicherung

LC-Wert und STF-Wert erklärt

Auf dem Etikett jedes Spanngurts stehen wichtige Werte. Die zwei wichtigsten sind:

LC-Wert (Lashing Capacity)

Der LC-Wert zeigt, welche maximale Zugkraft ein Zurrgurt beim Direktzurren aufnehmen darf. Dieser Wert wird in daN angegeben (1 daN ≈ 1 kg).

STF-Wert (Standard Tension Force)

Der STF-Wert ist entscheidend beim Niederzurren. Er gibt an, wie viel Vorspannkraft Sie mit der Ratsche auf die Ladung bringen können.

Steht zum Beispiel STF 250 daN auf dem Etikett, dann erzeugt der Gurt maximal etwa 250 kg Vorspannkraft nach unten auf die Ladung.

Was sagt die Bandbreite über die Belastbarkeit?

In der Praxis sieht man häufig feste Kombinationen aus Bandbreite und Zurrkapazität. Das sind gängige Richtwerte:

  • 25 mm Spanngurt – häufig etwa LC 1500 kg
  • 35 mm Spanngurt – häufig etwa LC 2000 kg
  • 50 mm Spanngurt – häufig etwa LC 5000 kg
  • 75 mm Spanngurt – oft Zurrkapazität bis 10.000 kg

Wichtig zu wissen

Diese Werte sind Richtwerte. Die genaue Kapazität kann je nach Gurt variieren. Prüfen Sie immer das Etikett vor dem Einsatz oder schauen Sie vor dem Kauf in die Produktspezifikationen.

Spanngurte nach Breite: 25 mm, 35 mm, 50 mm, 75 mm.

Wie viele Spanngurte brauchen Sie in der Praxis?

Wie viele Gurte Sie benötigen, hängt nicht nur vom Gewicht ab, sondern auch vom Untergrund und von der Art der Sicherung.

  • Nutzen Sie eine saubere, griffige Ladefläche
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit Antirutschmatten
  • Beim Niederzurren in der Praxis oft mindestens zwei Gurte einplanen
  • Sichern Sie die Ladung an festen Zurrpunkten

Ein häufig genutzter Richtwert: Mit Antirutschmatten und Spanngurten mit einem STF-Wert um 250 daN wird oft mit einem Spanngurt pro 1.000 kg Ladung gerechnet. Das bleibt immer abhängig von der Situation.

Spanngurte heben nicht, sie sichern

Ein Spanngurt (Zurrgurt) ist kein Hebemittel. Er dient der Ladungssicherung, nicht dem Anheben. Darum sind LC- und STF-Werte auf dem Etikett so wichtig.

Bei Anschlagmittel-shop.de finden Sie Spanngurte nach EN 12195-2, übersichtlich nach Breite und Anwendung.

FAQ

Wie viele Kilo kann ein Spanngurt halten?
Das hängt vom LC-Wert oder STF-Wert auf dem Etikett und von der Zurrart ab. Es gibt keinen festen Kilo-Wert, der immer gilt.
Ist ein Spanngurt das Gleiche wie ein Zurrgurt?
Im Alltag werden beide Begriffe häufig gleich verwendet. Gemeint ist meist ein Zurrgurt mit Ratsche nach EN 12195-2.
Was bedeutet der LC-Wert bei einem Zurrgurt?
LC (Lashing Capacity) zeigt, welche maximale Zugkraft der Zurrgurt beim Direktzurren aufnehmen darf. Der Wert steht auf dem Etikett.
Was bedeutet der STF-Wert?
STF gibt die Vorspannkraft an, die Sie mit der Ratsche auf die Ladung bringen. Dieser Wert ist besonders wichtig beim Niederzurren.
Kann ich einen Spanngurt zum Heben verwenden?
Nein. Ein Spanngurt ist nicht als Hebemittel vorgesehen. Verwenden Sie zum Heben ausschließlich geeignete und geprüfte Hebemittel.
Woran erkenne ich, ob ein Spanngurt sicher ist?
Prüfen Sie das Etikett (Norm, LC und STF) und kontrollieren Sie den Gurt vor jedem Einsatz auf Verschleiß oder Beschädigungen.